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Informationen zur Radiocäsiummessung

Noch heute ist in einigen Regionen Bayerns Radioaktivität im Wildbret messbar. Soll erlegtes Wild abgegeben oder verkauft werden, so ist es vorher auf Radioaktivität zu untersuchen. Deutschland hat für die Verkehrsfähigkeit von Lebensmitteln ein Grenzwert von 600 Bq/kg (Anm.: Becquerel radioaktives Cäsium-137) vorgegeben. Wildbret mit mehr als 600 Bq/kg Cäsium-137 darf nicht in den Verkehr gebracht werden. Das bayerische Landesumweltministerium hat den Grenzwert jedoch auf 500 Bq/kg verschärft, so dass bereits ab diesem Wert das Wildbret nicht in den Verkehr gebracht werden darf.
 
Die Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen e.V. betreibt mit ihrem eigenen Messgerät eine vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit anerkannte "Qualifizierte Wildbretmessstelle", damit die Messergebnisse auch für die Ausgleichszahlung verwendet werden können.
Ihr Ansprechpartner dafür ist Hubert Luidl, Breitenweg 33, 82441 Ohlstadt, Telefon 0170 3201066, E-Mail radiocaesium@jagd-gapa.de
 
 
Wie muss das Probenmaterial aussehen?
Es sind 500 Gramm Muskelfleisch ohne Knochen, Knorpel oder Fett nötig. Es muss bereits in Gulaschwürfel oder -streifen geschnitten sein. Proben mit zu wenig Fleisch oder zu hohem Anteil an Nicht-Muskelgewebe können nicht gemessen werden. Das Fleisch kann nach der Messung wieder mitgenommen und darf nach der Freigabe auch verwertet werden.
 
Wie läuft die Messung ab?
Nachdem ein Termin vereinbart wurde, bringen Sie bitte das Probenmaterial mit. Die Messung dauert ca. 15 Minuten.
Danach erhalten Sie ein Messprotokoll der qualifizierten Messstelle.
 
Was passiert nach der Messung?
Liegt der Messwert unterhalb der 600 Bq/kg-Grenze können Sie das Wildbret, nach möglicherweise weiteren gesetzlich geforderten Untersuchungen (z.B. Trichinenuntersuchung) in den Verkehr bringen.
Liegt der Messwert über dem Grenzwert muss das Wild in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt (TKBA) entsorgt werden. Von der TKBA erhalten Sie einen Entsorgungsnachweis und eine Rechnung. Sie können dann eine Entschädigung nach § 38 Abs. 2 des Atomgesetzes beantragen.

Den ausgefüllten Antrag reichen Sie bitte zusammen mit
- dem Entsorgungsnachweis der TKBA
- der Kostenrechnung der TKBA
- der Messbescheinigung der qualifizierten Messstelle
beim
 
Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, Sachgebiet 53 / Gewerbeamt, Postfach 15 63, 82455 Garmisch-Partenkirchen oder persönlich im Gewerbeamt, Hindenburgstr. 43, 82467 Garmisch-
Partenkirchen ein.
 
Sie können einen Anspruch auf einen Erstattungsbetrag pro Stück Wild in Höhe von ca. € 100 für einen Frischling bzw. in Höhe von ca. € 200 für sonstiges Schwarzwild haben.
Für die durchgeführte Strahlenmessung wird derzeit zusätzlich ein Erstattungsbetrag pro Untersuchung in Höhe von rund € 10 erstattet.
 
Ihr Antrag wird an das Bundesverwaltungsamt in Köln weitergeleitet, das die Entschädigung auszahlt.
 
Was muss der Verbraucher beachten?
Nimmt man jetzt mit der Nahrung z.B. 1000 Bq Cäsium-137 auf (dies entspräche z.B. einer 200 Gramm Portion mit einem Gehalt von 5000 Bq/kg), dann ergibt sich daraus folgende Dosis:
1000 Bq  x  1,3E-08 Sv/Bq = 1,3E-05 Sv = 13 µSv

Die durchschnittliche Dosis, die ein Bundesbürger im Jahr durch natürliche Strahlung aufnimmt (z.B. durch Einatmen von Radon, durch Strahlung aus dem Boden, von Baumaterialien oder aus dem Weltall) beträgt ca. 2100 µSv, also ca. 5,7 µSv pro Tag. Regionale Schwankungen zwischen 1000 µSv und 6000 µSv im Jahr sind aber möglich.

Die 13 µSv durch das aufgenommene Cäsium-137 sind zwar deutlich, aber im Vergleich zur natürlichen Belastung nicht sehr relevant.

Zum Vergleich:
Bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria erhält man durch erhöhte kosmische Strahlung eine Dosis von ca. 10 – 18 µSv. Ein Flug von Frankfurt nach New York schlägt mit ca. 32 – 75 µSv zu Buche.

 

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