
Die Hegeschau der BJV-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen fand am 14. März 2026 im Ammergauer Haus in Oberammergau statt.
Die anschließende Berichterstattung im Lokalteil des Münchner Merkurs hat jedoch ein in wesentlichen Punkten falsches Bild der Veranstaltung vermittelt.
Trotz persönlichem Kontakt mit der Redaktion und der Bitte um eine sachliche Richtigstellung erfolgte keine Korrektur. In der Folge sind mehrere kritische Leserreaktionen entstanden, die auf diesen unzutreffenden Darstellungen beruhen.
Genau diese Entwicklung wollten wir vermeiden. Daher stellen wir die zentralen Punkte klar:
1. Hegeschau: Fachliches Instrument – keine Inszenierung
Die Hegeschau ist ein gesetzlich vorgesehenes Instrument zur Beurteilung der Wildbestände und der Jagdausübung auf Ebene des gesamten Landkreises.
Sie ermöglicht insbesondere Rückschlüsse auf:
die Altersstruktur und Entwicklung der Wildbestände
die Ergebnisse der Abschussplanung und deren Umsetzung
die Qualität und Ausrichtung der Jagdausübung im Landkreis
Die Darstellung als „Trophäenschau“ oder „tierische Überreste“ ist fachlich falsch und wird dem tatsächlichen Zweck der Veranstaltung in keinster Weise gerecht.
2. Grundeigentümer sind Partner – nicht Gegner
Die Darstellung, Grundeigentümer seien „Opposition“ zur Jägerschaft, ist unzutreffend.
Wir stellen klar:
Grundeigentümer, Landwirte und Waldbesitzer sind unsere Partner.
Die im Rahmen der Veranstaltung angesprochene „Opposition“ bezog sich ausdrücklich nicht auf Grundeigentümer, sondern auf einzelne extreme Positionen – insbesondere im Zusammenhang mit den Ausführungen von Herrn Robert Herz und wildfeindlichen Positionen, die mit dem Grundsatz „Wald vor Wild“ gerechtfertigt werden.
Eine pauschale Feststellung einer bestehenden Interessenskonkurrenz von Jägerschaft und Grundeigentümern ist sachlich falsch und schadet der notwendigen Zusammenarbeit.
3. Waldverjüngung: Ziel unstrittig – Maßnahmen im Diskurs
Die Notwendigkeit stabiler, klimaresistenter Wälder wurde nicht infrage gestellt.
Richtig ist:
Die Zielsetzung wird ausdrücklich unterstützt.
Hinterfragt wurde vielmehr, ob das seit Jahrzehnten propagierte Mittel stetig steigender Abschusszahlen allein zielführend ist.
Diese fachliche Diskussion wurde im Artikel verkürzt und inhaltlich verfälscht wiedergegeben.
4. Klare Haltung: Wald mit Wild
Die Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen steht für eine klare Position:
Wald mit Wild ist möglich.
Nachhaltige Jagd bedeutet, Wald, Wild und Nutzung gemeinsam zu denken – nicht gegeneinander.
5. Einordnung der Debatte um Robert Herz
Die Diskussion im Rahmen der Hegeschau beinhaltete auch kritische Positionen, unter anderem durch Herrn Robert Herz.
Diese wurden im Rahmen der Veranstaltung sachlich eingeordnet und kontrovers diskutiert.
Wichtig ist jedoch:
Diese Auseinandersetzung richtet sich gegen inhaltliche Positionen – nicht gegen Personengruppen wie Grundeigentümer.
Die im Artikel vorgenommene Vermischung dieser Ebenen ist sachlich falsch.
6. Unzulässige Schwerpunktsetzung auf die NS-Zeit
Im Artikel wird ein deutlicher Fokus auf den historischen Ursprung der Hegeschau im Reichsjagdgesetz von 1934 gelegt.
Diese Darstellung ist in dieser Gewichtung irreführend. Zudem es ursprünglich eine „Trophäenschau“ war und aufgrund der sich daraus ergebenden Problematik, wurde diese Veranstaltung zur Hegeschau umbenannt. Somit ist auch hier die Bezugnahme zur NS-Zeit falsch.
Für die heutige Bewertung der Hegeschau ist entscheidend:
Eine einseitige historische Zuspitzung ersetzt keine sachliche Darstellung der heutigen Inhalte und Leistungen.
7. Verantwortung der öffentlichen Darstellung
Gerade bei sensiblen Themen im Spannungsfeld von Jagd, Forstwirtschaft, Eigentum und Naturschutz gilt:
Sachlichkeit vor Zuspitzung.
Unpräzise oder wertende Darstellungen führen zu Missverständnissen und unnötigen Konflikten – wie die aktuellen Reaktionen zeigen.
8. Klarstellung zur Einordnung der Aussage „Ichlinge“
In der Berichterstattung wurde der Eindruck erweckt, die von Herrn Ernst Weidenbusch verwendete Bezeichnung „Ichlinge“ habe sich pauschal gegen alle kleinere Waldbesitzer gerichtet.
Diese Darstellung ist unzutreffend.
Richtig ist:
Die Aussage bezog sich nicht auf Grundeigentümer, Waldbesitzer oder Eigentümer kleiner Flächen.
Gemeint war vielmehr die kritische Einordnung eines bestimmten Auftretens und einer Argumentationsweise, wie sie im Rahmen der Veranstaltung insbesondere durch Herrn Robert Herz vertreten wurde.
Wir stellen ausdrücklich klar:
Eine pauschale Abwertung von Waldbesitzern – unabhängig von der Flächengröße – findet durch die Jägerschaft nicht statt.
Grundeigentümer sind Partner der Jagd und wesentlicher Bestandteil einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung von Wald und Wild. Diese haben das an Grund und Boden gebundene Jagdrecht und haben somit primäre Entscheidungsgewalt, wie die Jagd auf ihren Flächen ausübt wird.
Die Vermischung von inhaltlicher Kritik an einzelnen Positionen mit einer vermeintlichen Abwertung ganzer Gruppen ist sachlich falsch und trägt zur unnötigen Zuspitzung der Debatte bei.
Gerade deshalb ist eine differenzierte Darstellung notwendig, die zwischen Personen, Positionen und Gruppen klar unterscheidet.
9. Unser Anspruch: Dialog – aber auf Faktenbasis
Wir stehen jederzeit für den Dialog bereit.
Aber:
Dialog braucht eine gemeinsame Grundlage aus Fakten und fairer Darstellung.
Wo diese Grundlage fehlt, ist eine klare Richtigstellung notwendig.
Fazit
Die Hegeschau am 14. März 2026 hat gezeigt, dass ein offener und auch kritischer Austausch möglich ist.
Was wir nicht akzeptieren können, ist eine öffentliche Diskussion auf Basis unzutreffender Darstellungen.
Wir stehen für:
und für unsere klare Überzeugung:
Wald mit Wild ist möglich und das wurde mittlerweile vielfach bewiesen.
Für Rückfragen und einen offenen Austausch stehen wir jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen Euer
Thomas Bär
1. Vorsitzender BJV Kreisgruppe
Garmisch-Partenkirchen